Schnorken

De überfahrne Katz Dr Kiebitz
Falsch vrstanden Wie dr Watthammr entstand
Dr Papagei ´ne gute Ausred´
Hüott Iech schloof
Ümgedreht Biblische Geschicht
De Zeit ward net lang amende racht hoom !
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De überfahrne Katz

     E Autofahrer hatt in Lorkndorf de Katz von dr Strahl-Minna übrfahrn. Off dan Schrei hie kam de Minna aus′n Haus gestürzt un soog nu is Ugelick. Dr Autofahrer hatt sen Woong agehaltn, war ausgestiegn un kam dr Minna entgegn: „Es tut mir wirklich leid, daß Ihre Katze ins Auto lief, ich will sie Ihnen ersetzen?”
     De Minna, übr dan Vrlust ganz aus′n Heisel, mähnet: „Is mr racht, obr könne Sie dä aa Mäus´ fange?”

von Walter Schimm, Chemnitz





Dr Kiebitz

     In dr Bahnhufskneip, beim „Ries Ernst” soßn mol Freitogs ohmds vier Skatspieler un machetn en Aufsatz. Drzwischen hatt sich dr Patzld-Gunnd neigesetzt un gucket mol rachts, mol links nei in de Kartn. Dr Kaden-Hermann, dar ne ganzn Ohmd noch kä gescheits Spiel gekriegt hatt, mucket off emol auf un saht zen Gunnd: „Su gieht dos fei net weiter, mei Lieber, immer wenn iech ne miese Kart hob, verrotst du se!” — „Erlaub emol, Hermann, iech sog doch gar nischt!” — „Freilich, du tust doch allemol seifzn!”

pks, frei nach einem alten Text



Falsch vrstanden

     De Saltnr-Hettel hatt sich nooch dr Stadt gut vrheirat′t. Do se in en Haus wuhnet, wu käne Waschheiser eigebaut warn, kam se a emol mit ihrer Nachbern drauf ze streitn. „Wu lassen dä Sie eengtlich Ihre Wäsch waschen?” frug de Hettel, wurauf de Nachbern drwidret: „Ich bin seit einiger Zeit dazu übergegangen, meine Wäsche an zwei Stellen waschen zu lassen!” De Hettel hatt dos falsch vrstanden un mähnet: „Dos kaa iech mir net leisten, iech muß meine Wäsch schie an allen Stellen waschen lossen.”

von Walter Schimm, Chemnitz


Wie dr Watthammr entstand

     Habt ihr schu emol wos von en Watthammr gehöhrt?  Nee?  Nu do will iech′s Eich mol drzehln:  Bei uns in dr Holzwarenfabrik is dos Ding passiert.  Dr Alb hot mittn Hug en Kastn zesammgemacht,  un wie dr Alb is,  dar denkt ar muß alles zwinge.  Itze off emol,  als se über dr schänstn Arbit sei,  platzt doch das Band.  Do sogt dr Alb zun Hug:  „Dos müssn mr geleich wieder zamm machn; iech halt un du schlägst mitn Hammr drauf!”  Gesaht — getah!  Dr Hug hulet aus —  un patsch — of emol beim Alb offn Daume.  Dr Alb fuhr auf un huppet rim un nimm un schrei′et ne Hug a: „Du bist wuhl olbern,  Du denkst wuhl de hast en Watthammr!”  Vun dortn wag is geleich eener gemacht wurn un bis heite bestieht bei uns e Watthammr; dodrmiet ka dr Hug beim Alb geleich stundnlang offn Daume schlogn.

eine wahre Begebenheit aus Walthersdorf


Dr Papagei

     E armr Maa hatt en Papagei, dann′r emol vun en Stadt- menschn bekumme hatt, un dar soogn kunnt: „Daran zweifelt niemand”. — Dos war´s obr aa schie, wussr kunnt.
     Nu machetr sich offn Waag, um offn Markt ne Vugl ze vrkaafn. Dodrbei rief ′r:  „Papagei när vierhunnrt Mark”.  E Städtr, dar sich übrn huchn Preis wunnern tat, kam rah un fräget ne Papagei: „Sag´ mal, bist du denn vierhundert Mark wert?”
     „Daran zweifelt niemand” krächzte dr Vugl, wos ne Stadt- menschn suu begeistern tat, das ′r  ne Papagei mitnahm.
     Noch e paar Toogn schtellit ′r  sich fürn Vuglbauer un maanit ze sich: „Was war ich doch für ein Narr, so viel Geld wegzuwerfen.”   Wurauf dr Vugl de Wahrheet sproch: „Daran zweifelt niemand”.

pks, frei nach einem alten Text


´ne gute Ausred´

     Dr Heri′g-Müller-Karl on dr Handschep-Edeward loff′n mitenan′r en Mad′l nooch. ′s war zu dare Zeit, wu dr Sparg′l treibt un de Rutschwanz von dr Dachrinn′ runn′r de Leit fregt: „ob se dä aa schü ehem giehe.”  Dar ane von dann Boss′n war e gruß′r strark′r Dröhm′l;  dor an′re e fenk′l  klän′r,  ab′r  schön′r. In en Mad′l warn se alle beede wie vrnarrt. Wie sette Sach′ nu auszugiehe pflegt, ka mr sich v′r u′gefahr denk′n. Kaan′r wollt nochgabn.
     An en Sonttig-Ohmd, de Musik war gerod alle, wollt′n se alle beede ′s Mad′l ehem führn. Dos war ab′r gescheid un riß all′n beed′n aus. De zwä Kerl′n gerieten nu anenan′r un macht′ns wie de Schperling im Friehgahr im Rinnschtah. — ′s gab tücht′ge Faunz′n!  ′n gruß′n hatt′s nett drhauf’n geschad′t;  dr klane war ab′r mit su en richting blau′n Aag′ drvukomme.  ′r loff uff′n Gericht un tat ′n Grußn vrklong.
     ′s wur ne Gerichtsverhandling draus, wu dr Gruße als A′geklogter virn Richt′r schtand. ′s war e racht′s fei′s Mann′l dr Richt′r (emende warsch′n in sen gunge Gahr′n a esu gange) „Sagen Sie einmal, mit was haben Sie denn Ihren Gegner ins Gesicht geschlagen”?
     Do kratzet sich dr lange Edeward erscht e bissl hinn′r de Ohr′n un mochet denkn: „′s is e racht′r freindlichr Maa, do kast′ de dich emende rauslag′ln”, un geleich drauf saht er: „Iech ho ne bluß ′n Handschich in Gesicht gehae!”
     Dos gelabet dr Richt′r natürlich nett un saht: „Das ist völlig ausgeschlossen, daß nur von dem Handschuh ein Auge blau geschlagen wird, sagen Sie doch die Wahrheit!”
     Do manet dr Edeward ganz′vrlagn: „Hm, — jo, — nuja, — is ka emende schie sei, doß de Faust drinne schtock.”

von Edwin Behrens, Leipzig


Hüott

     Auf’s Maul sei de Werd’schen allmeitoog net gefalln. Se sei odr aa kahne Freind vun gruuß’r Wortmaarerei.
     Kam do vür acht, verzh’n Toogn a Kuhlnfuhrmaa mit an vollgelodne Kuhlnwoogn ’s Dinge runnergefahrn. De Quadferdnandgette — ihr kennt se schu — gucket gerod zun Fanst’r raus.
          „Brauchste Kuhl’n”
          „Haa”
          „Hoste Gald”
          „Naa”
          „Hüott”

alter Text ohne Verfasser


Iech schloof

     ’s Quarkfardnandel schlorkset in Filzpantoff’ln über d’r Stroß nüber ze san Nachbar, ne Pfarrliebsedeward.
          „Edeward!”
          „Wos is ’n”
          „Hoste Gald?”
          „Haa!”
          „Känn’st m’r an Taler borng!”
          „Iech schloof!”

alter Text ohne Verfasser


Ümgedreht

     Unn’r Harr Paster kam ne vuring Harbist,  ’s war gerod Gahrmarigsmantig,  zum Vurwarksdavidhänner ins Stüb’l nei.  Do wiebelts und wabelts wie in an Mahlwürmetopp.  De ganze Stub war voller Kinner vun aller Sorte,  Buum un Maadle,  gruße,  mittlere un klaane,  wie de Orgelpfeif’n.  D’r Hänner war gerod net in dr Stub und aa sei Fraa war emol nausgange.
     D’r Harr Paster setzet siech of de Ufenbank,  und de Kinner kame aans nooch’n annern unnern Tisch vür und aus allen Wink’ln gekroch’n und gucket’n ne Harrn Paster vun uhm bis unten aa.
     Do froget dar su racht freindlich:  „Wieviel seid ihr denn,  meine lieben Kinder?”
     „Neine”,  soget ans vun dane Kinnern,  „un vier Sei”.  ’s Gottlieb’l wollt aa wos d’rzusong un platzet su racht arnsthaftig raus:  „Wissen se,  Harr Paster, unn’r Voter sogt allemol,  wenns ümgedreht wär, wärsch ’n lieber!”

alter Text ohne Verfasser


Biblische Geschicht

     M’r ka sich oft net genug wunnern,  wos de Kinner rausstecken,  und wie se sich de arnsthaftigsten Sachen in ihrn Kopp zerachtleeng.
          Standen eich do neilich sechs,  acht Gunge of d’r Stroß,  su acht,  nein Gahr alt,  ofn an Trampel zam.  Aaner hot mit beeden Armen in d’r Luft rümgefacheriert,  und a annerer log wie tut of d’r Stroß in Drack.
          „Drackluder”,  sog iech,  „wißte geleich aufstieh,  dei Mutt’r  werd d’r  schu de Hus’n straffziehe,  wos sei dä dos vür dumme Streich?”
          „M’r  spieln ner biblische Geschicht”,  soget do de ganze Bande,  „m’r weck’n ne Jüngling ze Nain auf!”

von R. Fritzsche, Werdau


De Zeit ward net lang

     D’r alte Gotthilf war in de Gahr kumme,  wu ar nimmr miet in Wald gieh kunnt.  De Hack wur ne ze schwaar,  un wenn ar de gruße Saag zieh wullt,  do machet’s Kreiz nimmr miet.
     Nu soß ar ne liebn lange Tog für d’r Tür un hot siech de Sonn off de Baa scheine loss’n.
     Do ging d’r alte Waldwarter Barthel vierbei: „Glickauf,  Hilf,  ward dir dä de Zeit net lang?”    „Ha,”  saht d’r Gotthilf,  „wozu söll mier dä de Zeit lang waarn  -  iech ho doch nischt ze tu!”

alter Text ohne Verfasser