Gustav Zindel - der Maler des Erzgebirges

Aus:
„Serie bedeutender Persönlichkeiten, die mit Komotau verbunden waren“
Als Einleitung dem Artikel von „Franisek Jezil“ vom 4.2.2003 entnommen
um die Bedeutung des Malers hervorzuheben.

Gustav Zindel

Gustav Zindel wurde am 13. August 1883 in einer Kleinbauern-Familie in Rodenau bei Platten (Bez. Komotau) geboren. Schon in seiner frühen Jugend machte sich bei ihm ein großes Talent zum Malen bemerkbar. Bereits als kleiner Junge beschmierte er jedes Stück Papier, das ihm in die Hände fiel.

Als er in Platten die Schule besuchte, wurde der Lehrer auf seine Veranlagung zum Zeichnen aufmerksam und unterstützte ihn vielseitig. Aber der kleine Gustav hatte nicht viel Zeit zum malen, da er seinen Eltern in der Landwirtschaft helfen musste.

Trotz allem schaffte er es später nach Komotau zu gehen und bei dem Maler Schottenhammer Stunden zu nehmen. Zwei Jahre studierte er, durch die finanzielle Hilfe seine Onkels, vier Semester an der Kunsthochschule in Nümberg Graphik und Dekorationsmalerei.

Nach seiner Rückkehr übernahm er die Verantwortung über den Bauernhof, nebenbei schaffte er es noch Dekorationen für Theater und Ehren-Diplome zu malen. Zudem illustrierte er Kalender, Zeitschriften und Erzählungen. Oft malte er Aquarelle seiner geliebten Heimat und interessierte sich mehr und mehr für die Landschaftsmalerei.“.

Er nutzte jede freie Stunde, seine näheren und weiteren Heimatauen zu durchwandern und kehrte immer mit einem vollen Skizzenbuch zurück. Allmählich kamen zu seinen Landschaften auch Personen dazu, Personen aus allen Professionen und Stellungen. Aus ihren Bewegungen und ihrer Kleidung sehen wir, das er nicht nur die Landschaft sondern auch die Leute sehr gut kannte. Schließlich lebte er zwischen ihnen und verrichtete die gleiche Arbeit.

Nach dem Jahre 1908 widmete er sich mit wachsender Begeisterung der Ölalerei. Vor allem im Winter wo ihm mehr Zeit blieb, malte er nach seinen Skizzen zierliche Bilder. Er brachte sie nach Komotau in die Buchhandlung am Marktplatz, wo er sie ausstellte und auch verkaufte.

Im Jahre 1910 forderte ihn Direktor Hoffmann aus Karisbad auf, mit seinen Bildern die Trachten und Bräuche der Menschen Westböhmens festzuhalten. So entstanden die Bilder (zum Beispiel Hochzeitsumzug, Maibaumaufstellen, Kirchweih und viele andere ). Die Reproduktion eines seiner Bilder, der Blick vom Herrgottsstuhl aufs Erzgebirge, war sogar als Lernhilfe in einem Schulbuch für alle Schulen verwendet worden.

Er malte auch zwei große Wandgemälde in der Eingangshalle des Komotauer Rathauses und den Blick auf Görgau im Schalterraum der Görgauer Sparkasse.

Nach dem Jahre 1945 wurde die Familie auf gewisse Zeit in das Innere der Republik versetzt, aber schon im Jahre 1949 übersiedelte die Familie nach WiesenthaI, unterm Keilberg.


Auch hier widmete er sich fleißig der Landschaftsmalerei - bis zu seinem Tode 1959.


pks   


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