Dr. Ludwig Meier – Pionier moderner Projektionsplanetarien

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August 2014

Dr. Ludwig Meier – Pionier moderner Projektionsplanetarien

Internationale Planetariumsgesellschaft würdigt sein Lebenswerk

Der Präsident der Internationalen Planetariumsgesellschaft (IPS) Thomas W. Kraupe überreichte am 4. August 2014 den „IPS Technology and Innovation Award” an Dr. Ludwig Meier, der als Vater der modernen Projektionsplanetarien von ZEISS gilt. Die IPS folgt mit der Preisvergabe einem Vorschlag der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien. Sie würdigt damit die besondere Leistung des herausragenden „Planetariers” von ZEISS in der Entwicklung moderner Planetariumstechnologien. Die exklusive Auszeichnung wird nach 2008 und 2010 erst zum dritten Mal vergeben.


Meier studierte Mathematik in Leipzig, promovierte dort 1968 und arbeitete von 1958 bis zum Ende seiner beruflichen Laufbahn 1998 im Entwicklungsbereich des Astro-Geschäftsfeldes von ZEISS in Jena. Er war verantwortlich für eine Vielzahl von Themen für astronomische Beobachtungsgeräte und leistete grundlegende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für das Projektionsplanetarium. Dazu gehören innovative Lösungen wie zum Beispiel Algorithmen für die Produktion und Justierung der Antriebe für die Planetenprojektoren, der Fixsternfelder, der Sternbild- und didaktischen Projektoren, aber auch für die Automatisierung und Bedienung. Meier hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung von Automatiksteuerungen, ausgehend vom rein mechanisch gesteuerten Analogsystem über die Lochstreifensteuerung bis zur voll digital gesteuerten Bedienung. Wesentlich beteiligt war er an der Entwicklung des Raumflugplanetariums, des ersten Planetariums für mittlere Kuppelgrößen von ZEISS und des Großplanetariums COSMORAMA. Aufgrund seiner nebenberuflichen Tätigkeit als Vortragender im Zeiss-Planetarium Jena zwischen 1962 und 1985 wusste er bestens Bescheid über die Vor- und Nachteile der Bedienung eines Planetariums. Daraus erwuchs ein neues Bedienkonzept, das noch heute die Steuerung der ZEISS Planetarien wesentlich bestimmt.


Mitte der 80er Jahre legte Meier federführend mit der Entwicklung des Faserprojektors den Grundstein für einen technischen Durchbruch in der Planetariumstechnik. Aus der Aufgabenstellung heraus, die Helligkeit der Sterne ohne Zunahme der Lampenleistung wesentlich zu erhöhen, entstand das Konzept, jeden Stern auf den Sternmasken einzeln durch Einsatz von Lichtleitfasern direkt mit Licht zu versorgen. Von der Idee bis zum fertigen Faseroptikprojektor vergingen Jahre intensiver Entwicklungsarbeit, wobei die größte Herausforderung in der Fertigungstechnologie bestand. Der Erfolg gab den Mühen recht: Mit den Faserprojektoren wurde nicht nur ein hundertfacher Effektivitätsgewinn, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal für ZEISS erreicht.


Neben der Entwicklungsarbeit beriet und unterstützte Meier Kunden und Servicetechniker vor Ort in aller Welt. Vielen Planetariumsmitarbeitern ist er im Gedächtnis geblieben dank seiner kompetenten Beratung bei der Übergabe der Planetarien bis hin zur gemeinsamen Programmerarbeitung für Eröffnungsvorträge. Zahlreiche Publikationen belegen zudem seine vielfältigen Aktivitäten in den Bereichen Entwicklung und Applikation. 1992 erschien sein Buch „Der Himmel auf Erden”, mit dem sich der heute 81-Jährige um die Aufarbeitung der Geschichte der Planetarien besondere Verdienste erwarb. „Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und die Mitarbeiter des Bereichs Planetarien bei ZEISS gratulierten Ludwig Meier – im Namen der internationalen Planetariumsfamilie – ganz herzlich zur Verleihung des IPS Technology and Innovation Awards und freuen uns, dass er bis heute der Planetariumsidee und ihren Weiterentwicklungen sehr verbunden ist”, sagte Wilfried Lang, Leiter des Geschäftsbereichs Planetariums (Planetarien) bei ZEISS, bei der Preisverleihung.



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