An Sonntig früh ben Kaffeetrinken fing mei Alma of emol aa:
„Heut werd schie Watter.” Ich wußt erseht net, wu se nauswollt
un saht weter nischt wie: „Dos werd sei!” Noch ener Weil
menet se: „Ach ja, heut is Sonntig.” Dodrauf saht ich: „Haa, en
ganzen Tog lang.” Ich war oder immer noch net ofn Trichter,
wos se engtlich wollt. Endlich stand se auf, haet mit der Hand
ofn Tisch un saht ewing giftig: „Hast schie racht, bei uneren is
ä Tog wie der anere, mer hoot abn nischt von Labn.” Itze fing
ich aa, ewing ze horchn un freget zor Virsicht noch emol:
„Wos willst de da von Labn noch hobn?” Do fuhr se mich aa:
„Anere Leit ginne an Sonntignochmittag emol ewuhi! Mir
bleibn natürlich drham. Anere Leut sahne un hörn ewos!” Ach
su, „anere Leit”! Dodrüm tat sich’s haneln! Ich war oder nochn
Kaffeetrinken rächt gut aufgelegt un saht drum rächt gut:
„Was anere Leit könne, das könne mir aa! Heit nochmittig
werd spaziern gegange!” Mei Alma strahlet wie de bebe Sonn,
un ich fraet mich salber miet.
Wenn sette gruße Sachen passiern soln, dos merkt mer schie
vornewag. Ich höret mei Alma erscht in ihrn Kläderschrank
rümkrawanzen, dann hantieret se mit’n Plattstahl. In ganzen
Haus roch’s ewing sengerig, ich dacht schie, ’s Sauerkraut war
agebrannt, oder do hatt ich meiner Alma uracht getaa, ihre
Arbet verpasset se wagn ihrn Vergnügn net. Ze Mittig hobn
mer erscht gassen, un ich leget mich e fünkel zor Verdauing
ofn Kanapee. Bei meiner Alma ging es Aufwaschen heut rächt
laut zu, se krachet in der Küch rüm, mer market, daß’s rächt
fix giehe sollt. Dann machet se nei in Allkuven, - aha, itze
wurn Haar gemacht! Dodrüber war ich ewing eigeduselt.
Ich wachet auf, weil jemand racht laut saht: „Nuu?!” Vir mir
stand mei Alma - blankgewichst un geschmiert - bei dar
konnt de Fuhr lusgiehe. Es schlug abn zwäe, wie ich aufstand.
Oder meiner Alma war dos immer noch ze spät. „Mach när”,
saht se, „sinst werd’s Nacht ehr mer fortkomme!” Nu bie ich
gewuhnt, bein Aziehe alles e fünkel noch der Tippeltappeltour
ze machen. Oder heut mußt’s fix giehe. Es war aa alles
gange, wenn net dos ekelhafte Krognknöppel ewing gestreikt
hätt! Ich hoo mer bal de Fingerkappeln umgebracht oder endlich
war aa dos überwunden. Na, endlich warn mer esuweit,
daß mer, azesahe wie e gunges Liebespaar, zor Haustür nausmacheten.
Ich weß net, ich sah mich de ganze Zeit net nochn
anern Leuten um, oder ich brauch bluß en Schriet ze giehe, do
sei alle Sperrguschen reg. Aus alln Fanstern stiersten se raus,
un jeder Mensch, dan mer trof, dar schrier en aa: „Nu, Dav, wu
soll’s dä hiegiehe?” Wos dos bluß die anern aging?! Oder mei
Alma fühlet sich allemol ganz grußartig, wenn se saht: „Mer
wolln emol e fünkel of der Luft giehe!” Un als wenn se sich desderwagn
aa noch entschulding müßt, setzet se drzu: „Mer
kimmt doch de ganze Woch net raus!” - Esu ganz behoglich
war mer net ze Mut. Men Kopp mußt ich halten wie e Ganserich,
weil ich en selten huchen steifen Krogn drahatt. Oder
wos tut mer net seiner Fraa - nä, ne fremden Leuten wagn!
Na, endlich warn mer ausn Dorf naus, als Ziel hatten mer uns
de Waldschenk gestellt. Mer warn schie e ganz Stück föder,
do kimmt weß Gott e Auto ageprasselt; mer sei bis an Stroßenrand
naa esuweit wies ging. Oder die Autodingering müssen
sich dos gerad’zu zon Vergnügn machen, daß se jede Pfütz
brätfahrn müssen! Mir kriegetn alle bäde esu e rächte Spritz
voll. Die Schweinigeln, die grußen! Erseht hoo ich mei
Taschentüchele genomme un hoo mei Alma rägemacht, dann
hoot se mit ihrn Tüchel meine Drackspritzer waggemacht.
Su ein verfluchtes bissel Machen! - Wieder ging’s föder. Oder
de gute Laune war schie ewing gedämpft. Do kame mer of
amol in ener setten Geruchwolk nei. Der Saligbauer hatt abn
sei Fald mit setten neumod’schen Zeug gedüngt. „Alma”, saht
ich, „nahm när e Nos voll miet, dos is gute landwertschaftliche
Luft!” Se gucket mich när vu der Seit aa un mänet: „Dos is
in Frühgahr net anersch!” Se hatt racht, dos is abn Frühlingsluft!
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Na, endlich kame mer in der Waldschenk a. Mer hatten de Tür
hiner uns noch net wieder zu, do schrier schie e Stimm: „Alma!
Kommt dohar!” War warsch? De Schmiedel-Bäckn! Ach du
Ugelück! Meiner Alma fiel geleich de Butter von Brut! Dos
wußt se nu schie, daß se an dan Nochmittig kä Wort mehr ze
reden brauchet. Dos machet die Schmiedel-Bäckn ellaa. Ich
hoo mer dan Wasserfall epper e Stund agehört, dann bie ich ne
Schmiedel-Bäck enooch gang, dar in der anern weitsten Eck
Doppelkopp spielet. Um mei Alma ben Labn ze derhalten, hoo
ich’r när emol en Pommeranzenlikör nübergeschickt. Schließlich
bie ich salber hie. Mei Alma soß dorten wie mit der Mütz
derpocht. Überhaupt könnt mer se in dan Qualm kaum derkenne.
Also aa dorten war gute Luft! Se stand geleich auf, wie
ich kam un wollt eham. Ach, wos hatt mei Alma für en Gift! Se
hoot ka Wort gesaht, bis mer wieder drham warn! Ihr vollgespritztes
Klad hoot se ofn Kanepee hiegefeiert un is geleich
ze Bett. Bluß wie ich afing: „Es is doch zu schie, an Sonntignochmittig
- -”, do unerbrach se mich: „Bie bluß ruhig!” Na,
ich dacht: „Gute Luft!” un bie aa ze Bett gange.
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